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Einsichten und Perspektiven Themenheft 1/2021 - Flucht und Vertreibung
Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit beleuchtet gemeinsam mit der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Sylvia Stierstorfer, MdL, in diesem Themenheft ein schwieriges Kapitel der deutschen Geschichte: Flucht und Vertreibung.
Namhafte Autorinnen und Autoren widmen sich darin ganz verschiedenen Aspekten von Flucht und Vertreibung nach 1945, den unterschiedlichen Herkunftsorten, dem Umgang Bayerns mit Geflüchteten und Vertriebenen sowie den Auswirkungen der Zuwanderung auf die deutsche, hier insbesondere auf die bayerische (Nachkriegs-) Gesellschaft. Abgerundet werden die Artikel durch historisches Kartenmaterial und ergänzende Infotexte zu grundlegenden Fakten rund um das Thema Flucht und Vertreibung. Eine ganz neue Perspektive bieten Interviews mit Betroffenen aus verschiedenen Generationen.
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Namhafte Autorinnen und Autoren widmen sich darin ganz verschiedenen Aspekten von Flucht und Vertreibung nach 1945, den unterschiedlichen Herkunftsorten, dem Umgang Bayerns mit Geflüchteten und Vertriebenen sowie den Auswirkungen der Zuwanderung auf die deutsche, hier insbesondere auf die bayerische (Nachkriegs-) Gesellschaft. Abgerundet werden die Artikel durch historisches Kartenmaterial und ergänzende Infotexte zu grundlegenden Fakten rund um das Thema Flucht und Vertreibung. Eine ganz neue Perspektive bieten Interviews mit Betroffenen aus verschiedenen Generationen.
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Grußwort zum Themenheft „Flucht und Vertreibung“ aus der Reihe „Einsichten & Perspektiven“ der Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit anlässlich des 80-jährigen Gedenkens, Frühjahr 2025
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
heuer gedenken wir achtzig Jahren Flucht und Vertreibung. Es ist vermutlich das letzte Mal, dass wir uns gemeinsam mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der damaligen Ereignisse anlässlich eines „runden“ Jubiläums erinnern können. Umso wichtiger ist es, diese Gelegenheit zu ergreifen, nachdem wir vor fünf Jahren durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen an einem dem Anlass entsprechenden, würdigen Gedenken gehindert waren. Im Angesicht hoher Infektionszahlen sahen sich gerade die Angehörigen der Erlebnisgeneration unvermittelt einer Gefahr für Leib und Leben gegenüber, die die Erinnerung an vergangene traumatische Erlebnisse zumindest vorübergehend in den Hintergrund drängte.
Die Folge war, dass 2020 und in den Folgejahren kaum jemand über Flucht und Vertreibung sprach. Und als das Gröbste überstanden war, folgte dem der Ukrainekrieg. Die Befürchtung, dass Flucht und Vertreibung gänzlich dem gesellschaftlichen Gedächtnis verlorengehen würden, schien gar nicht mehr so weit hergeholt. Kaum jemand sprach, schrieb, dachte in jener jüngsten Vergangenheit nach über das, was in Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa gegen Ende des Krieges und in der ersten Nachkriegszeit mit der deutschen Bevölkerung geschehen war, dass hier eine von brutaler Gewalt begleitete Bevölkerungsverschiebung ungeahnten Ausmaßes stattgefunden hatte. Sicher, den Betroffenen blieb es bewusst, auch in ihren Landsmannschaften war es weiterhin Thema. Aber darüber hinaus?
In dieser Situation hat die Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit ein Zeichen gesetzt, dessen Bedeutung gar nicht hoch genug einzuschätzen ist. Auf Initiative meiner Vorgängerin Sylvia Stierstorfer haben Direktor Rupert Grübl und sein Team seinerzeit gemeinsam mit einigen der angesehensten Historikerinnen und Historikern des Freistaats ein 151-seitiges Sonderheft zum Thema „Flucht und Vertreibung“ erarbeitet und in hoher Stückzahl veröffentlicht. Diese Broschüre war – so lässt sich zweifellos sagen – der inhaltlich umfangreichste, wissenschaftlich hochwertigste und didaktisch wertvollste Beitrag zum Thema anlässlich von damals 75 Jahren Flucht und Vertreibung überhaupt.
Dieses Heft war gleichsam auch ein Bekenntnis Bayerns zu seinen Heimatvertriebenen und Aussiedlern. Begleitet wurde die Publikation von einem digitalen Themenforum „Flucht und Vertreibung“, mit dem zusätzlich auch zahlreiche junge Leute erreicht werden konnten. Nirgendwo sonst in Deutschland – und auch nicht in Österreich – ist in der jüngeren Vergangenheit eine derartig umfassende, kaum eine Frage offenlassende, Gesamtdarstellung zum Thema Flucht und Vertreibung erschienen. Schon kurze Zeit nach ihrem ersten Erscheinen war sie vergriffen, musste nachgedruckt werden. Nun, anlässlich des nächsten „runden“ Gedenkens steht sie vor einer Neuauflage, um – wie damals – Wissen zu vermitteln, Erinnerung zu wahren, vor allem aber und in erster Linie zum Gespräch anzuregen.
Eine spannende, erkenntnisreiche Lektüre wünscht Ihnen
Ihre
Dr. Petra Loibl, MdL
Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene